Mein Vater Adolf Stricker
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Page Besucher diesmal möchte ich Ihnen auf der AKTUELL Seite
in Andenken an meinen Vater von Ihm berichten.
Mein Vater
Adolf Stricker-Hess
Dipl. Drogist
30. Januar 1921 - 20. Juli 2003
Mein Vater war mein grösstes Vorbild und er war mir sehr ähnlich.
Deshalb bedaure ich es sehr das er letzten Sommer im 83. Lebensjahr
gestorben ist.
Während 45 Jahren stand er der Drogerie zum Schneeberg
im Zürcher Oberländischen WALD vor. Wenn ich etwas über
Heilpflanzen oder Natruheilmittel Wissen musste konnte ich ihn
immer fragen und hatte mit ihm einen guten Freund zum fachsimpeln.
Er
hat mich auch sehr stark beeinflusst was meine berufliche Tätigkeit
betrifft.
Auch das ich den Beruf des Refomwarenverkäufers ergriff
und mich bei Dr. Annemueller zum
Ernährungsberater
ausbilden liess hatte viel mit meinem Vater zu tun (siehe
Mein Werdegang). Ich werde ihn stets in sehr
guter Erinnerung behalten und alle anderen Menschen die ihn in
seinem Leben kennen lernen durften wahrscheinlich auch.
Lassen wir Ihn aber selber zu Wort kommen, den folgenden Lebenslauf
hat er selber geschrieben für die Stricker
Chronik (Hans
Stricker: Stricker-Chronik - Familienname und
Biographie Eigenverlag Ittigen 2001, 320 Seiten mit zahlreichen
Abbildungen ISBN 3-9522393-0-5).
Lebenslauf Adolf Stricker
von Adolf Stricker
selbst verfasst für das Buch "Die
Stricker Chronik"
"Anfang 1921, also vor rund acht Jahrzehnten wurde ich
an einem Sonntagabend in einem behäbigen 200-jährigen
Haus im Zentrum von Wald/ZH geboren, als Sohn von Gustav Adolf
Stricker, und von Marie Hedwig, geborene Frehner. Im Haus waren
mehrere Wohnungen, ein Gasthaus, eine Mercerie und die Drogerie.
Mein Vater war Geschäftsführer dieser Drogerie.
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Dorfplatz Wald /
ZH
Rechts von der Kirche: Drogerie zum Schneeberg
Der
Wirkungskreis meines Vaters Adolf Stricker, mein (beat strickers)
Wohnhaus in meinem ersten zehn Lebensjahren.
Meine ersten
Erfahrungen mit dem Thema Vollwerternährung
und Gesundheit. |
Ein
Jahr später, am 3. April 1922, erblickte meine Schwester
Hedwig (Hedi) das Licht der Welt. Zusammen trippelten wir in
den Kindergarten. Darauf folgten die Primar- und Sekundarschule.
Die Jugendzeit war wunderbar "ruhig". Obschon wir mitten im Dorf
wohnten, konnten wir Schüler zusammen "Fangis" und "Versteckis" quer über
die Hauptstrasse spielen. Nur selten wurden wir gestört - denn
nur Fabrikanten, Ärzte und Metzger besassen damals ein Auto
- und dann wurde ausgerufen "Lueg do chunnt es Auto!".
Die Waren, die wir in unserem Geschäft verkauften, trafen
alle per Bahn oder per Post in Wald ein. Unser Angestellter ging
täglich mit dem Handwagen zum Bahn-Güterschuppen, um
Kisten und Korbflaschen abzuholen. Die Kehrichtabfuhr erfolgte
mit einem offenen, von zwei Pferden gezogenen Wagen. Die "Säuli-Lydia" klopfte
zweimal in der Woche bei uns an, um Küchenabfälle für
ihre Schweine mitzunehmen. Sparsamkeit war selbstverständlich.
Aber eigentlich betrieben wir bereits auch Umweltschutz. So wurden
bei uns in der Drogerie fast alle Artikel offen verkauft: Confitüre,
Kunsthonig, Senf, auch Schmierseife und Chemikalien. Im Keller
lagerten die Fässer mit Rot- und Weisswein sowie drei Sorten
Essig. Man füllte die mitgebrachten Gefässe. Und man
hatte noch Zeit für einen "Schwatz".
Gerne hielt ich mich damals im Laden auf, wo es so einzigartig
nach "Drogerie" roch: einem Gemisch von offener Bodenwichse,
Gewürzen, Kaffee und Kölnisch-Wasser. Besonders gut
ist mir der Geruch unserer selbst zubereiteten Birnbrot-Gewürzmischung
in Erinnerung. Vieles stellten wir selbst her, beispielsweise
Kraftwein, Kampfergeist, Backpulver, Vanillezucker, Lebkuchengewürz
und Fensterladenlack. Grosse Schlager waren unser eigenes Kindermehl
und unser ganz besonders delikates Vanille-Puddingpulver.
Doch jetzt habe ich bereits vorgegriffen. Sicher verwundert
es nicht, dass ich in die Fussstapfen meines Vaters trat. Zuerst
verbrachte ich zwei Jahre an der Handelsschule La Neuveville - war
erstmals in der "Fremde" - und ich lernte vor allem Fremdsprachen.
Dann absolvierte ich die dreijährige Lehre als Drogist in
der Drogerie Kasser in Turbenthal. Neben der Lehre besuchte ich
die kaufmännische Berufsschule in Winterthur und erwarb
mir den kaufmännischen Fähigkeitsausweis. Dann gings
wieder ins Welschland: 1939/1940 besuchte ich die Drogistenschule
in Neuenburg und schloss diese mit dem Drogistendiplom ab.
Im Jahr 1939 lernte ich an der Schweizerischen Landesausstellung
in Zürich, der "Landi", die besonders hübsche Elise
Hess, genannt Lisi, kennen. Wir hielten unsere Bekanntschaft
aufrecht, obschon ich noch in Neuenburg weilte und nachher nach
Bellinzona ziehen musste für die Rekrutenschule und den
anschliessenden Militärdienst (volle 7 Monate hintereinander).
1940 erlitt mein Vater einen Schlaganfall und war fortan nicht
mehr voll arbeitsfähig. Zum Glück arbeitete meine Schwester
ebenfalls in der Drogerie und setzt sich voll für das Geschäft
ein. Aufgrund meiner Ausbildung erhielt ich die Chance meinem
Vater als Geschäftsführer der Drogerie nachzufolgen.
Um hiefür noch besser gerüstet zu sein, "schnupperte" ich
noch während eines Jahres in zwei anderen Drogerien.
1942 verlobte ich mich mit meiner "Landi-Freundin", und am 14.
Oktober 1943 heirateten wir. Im gleichen Jahr übernahmen
wir dann als blutjunges Ehepaar das Geschäft. Da meine Eltern
in ihre ehemalige Heimat - nach Urnäsch im Appenzellerland - gezügelt
waren, konnten wir auch die Geschäftswohnung übernehmen.
Wir setzten uns tüchtig ein. Meine Frau Lisi, gelernte Kinderpflegerin,
war mir bei der Kundenberatung eine grosse Hilfe. Am 23. August
1944 wurde zu unserer Freude unser Töchterchen Ruth Elisabeth
geboren. Trotz Haushalt und Kind half meine Frau noch viel im
Geschäft, besonders wenn ich in den Aktivdienst einrücken
musste. Am 25. August 1948 bekam Lisbeth ein Schwesterchen, Verena
Christina. Welch ein Glück für uns Eltern.
Im Pikett-Zug der Feuerwehr, dem ich 25 Jahre lang angehörte
sowie im Männerturnverein erwarb ich mir viele gute Kameraden.
Die 15 Jahre als Aktuar der Asyl-Kommission ermöglichten
mir einen guten Einblick in die Organisation eines Spitals. So
vergingen die Jahre wie im Flug.
Im Juli 1949 erlag mein Vater, erst 62-jährig einem Herzversagen.
Meine Mutter lebte fortan allein in ihrem "Hüsli" in Urnäsch.
Mit meinen Schwiegereltern, die einen Bauernhof hoch über
dem Dorf Wald besassen, hatte ich ein sehr gutes Verhältnis.
Wir besuchten sie häufig an Sonntagen, anfänglich zu
Fuss - ab 1949 im eigenen Auto. Meine Frau Lisi war eine der
ersten Frauen von Wald, welche die Fahrprüfung bestand.
Am 17. Mai 1960 erblickte unser Sohn beat Adolf (der www.biloba.ch Mensch) das
Licht der Welt. Der herzige Nachzügler brachte mit seinem
fröhlichen Wesen viel Sonne ins Haus. Nun sind die "Jungen" längst
ausgeflogen.
Nach fast 30-jährigem Sparen konnten wir 1970 an schöner
Aussichtslage oberhalb des Dorfes unser eigenes Heim bauen lassen.
Seit 1986 bin ich pensioniert, doch Lisi und ich haben zusammen
genug Arbeit mit unserem Haus und dem grossen Umschwung. Nach
dem Hinschied meiner Mutter im Juli 1988 und der Schwiegereltern
1974 bzw. 1990 sind meine Frau und ich nun ins "letzte Glied" der
Familie gerutscht. Unser grösster Wunsch ist, dass unsere
Kinder und Enkel gesund bleiben und dass wir beide ihr Leben
und Gedeihen noch etliche Jahre bei guter Gesundheit mitbegleiten
können."
Wald (ZH), im Januar 1998
Adolf Stricker
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