Ganzheitliche Ernährungsberatung
Die andere Ernährungsberatung, unkonventionell, ohne Verbote und schlechtes Gewissen.
In enger Zusammenarbeit mit Frau Dr. med. Chantal Füssler, Schindellegi

Reformhaus-Fach-Akademie


Wenn die Tage kürzen werden leidet manchmal die Stimmung darunter. Dass muss nicht sein –
Denn es gibt eine........

Richtige Ernährung gegen Distress und schlechte Laune!

BananenWie viele andere Bedürfnisse beruht auch das Verlangen nach Süssem auf elementaren biologischen Grundlagen. Aus evolutionsbiologischer Sicht stellt die süsse Lust einen enormen Vorteil dar: So nahmen unsere Vorfahren gleichzeitig mit dem Verzehr von Süssem wie Obst oder Honig auch lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe auf. Heute weiss man, dass ein Mangel an solchen Stoffen - z. B. Magnesium, Eisen oder Folsäure - depressive Symptome auslösen kann. Der Genuss von reifem Obst ist also ein grundlegender biologischer Mechanismus, der uns vor Mangelerscheinungen schützt und gleichzeitig auch schlechte Stimmungen wieder ausgleicht.

Süssigkeiten als schnelle Energielieferanten
Der Appetit auf Süsses lässt sich bei Kindern häufig nicht allein durch Obst befriedigen. In vielen Fällen steckt hinter dem Heisshunger auf Schokolade ein ganz elementares Bedürfnis nach einem schnellen Energieschub. Typische Süssigkeiten bestehen zum grössten Teil aus einfachen Kohlenhydraten wie Zucker, die sehr schnell vom Körper in Energie umgewandelt werden können. So liegt der Kohlenhydratanteil von Schokolade bei etwa 55 Prozent. Viele Untersuchungen zeigen zudem, dass Kohlenhydrate neben der physischen Leistung auch die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit steigern, eben weil sie schnell in Energie umgewandelt werden. Diese Energiezufuhr bewirkt auch, dass kohlenhydratreiche Mahlzeiten im Vergleich zu fettreichen Speisen die Müdigkeit verringern. Dies gilt insbesondere für das Frühstück

Schokolade für die Seele?
"Schokolade macht glücklich", ist ein viel zitierter Satz. Doch gerade bei Erwachsenen wird die Lust auf Süsses sehr zwiespältig empfunden. So verspricht zwar das Stückchen Schokolade einen Lustgewinn, gleichzeitig besteht häufig aber Angst vor einer Gewichtszunahme oder Karies. Entsprechend entwickeln wir beim Genuss von Süssigkeiten schnell ein schlechtes Gewissen. Denn Schokolade enthält neben Kohlenhydraten mit etwa 30 Prozent auch einen erheblichen Anteil an Fett. Nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch Fette können stimmungsaufhellend wirken. (Neue Erfahrungswerte zeigen dass Schwarze Schokolade mit einem sehr hohen Kakaoanteil (75%) die Stimmung aufhellen und weniger dick machen als die "normale" Schokolade.) Ein hoher Kohlenhydratanteil in der Nahrung bewirkt, dass die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin ausschüttet. Das Hormon erhöht die Aufnahme der grossen neutralen Aminosäuren in die Zellen. Mit Ausnahme der essenziellen Aminosäure Tryptophan werden alle anderen grossen neutralen Aminosäuren vor allem vom Muskelgewebe aufgenommen. Eine erhöhte Tryptophanzufuhr ermöglicht eine gesteigerte Serotoninbildung und -freisetzung im Gehirn.

Ausgleich im Gehirn sorgt für Harmonie
ErnüsseWie andere essgestörte Patienten entwickeln auch adipöse Menschen schnell Verhaltensweisen, die an Suchtverhalten erinnern. Daten aus Tierexperimenten helfen, die biochemischen Hintergründe zu verstehen: Ratten, die extrem fettreich ernährt wurden, nahmen nicht nur massiv an Gewicht zu. Auch die Zahl der Bindungsstellen, die das Serotonin wieder in die Zelle zurücktransportieren (Serotonin-Transporter) stieg deutlich an. Damit wird das Serotonin schneller als normalerweise wieder von seinem Wirkungsort entfernt und kann seine harmonisierende Wirkung nicht oder nur teilweise entfalten. Offenbar verbessert aus diesem Grund eine kohlenhydratreiche Mahlzeit bei adipösen Personen kaum die Stimmung. Einmal übergewichtig geworden, brauchen sie möglicherweise eine hohe Fettzufuhr, um zumindest die Grundaktivität ihres serotonergen Systems aufrechterhalten zu können.

Wer greift wann zur Schokolade?
Die Zufuhr von Kohlenhydraten steigert zwar die Aktivität des serotonergen Systems. Sie macht jedoch nicht unbedingt jeden Menschen glücklicher. Viele Beobachtungen und wissenschaftliche Untersuchungen zeigen mal einen stärkeren, mal einen weniger engen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Kohlenhydraten und der Stimmungslage. Ob eine gesteigerte Kohlenhydrataufnahme zu guter Laune führt, scheint also abhängig vom Ausgangszustand des Einzelnen zu sein: Soll eine kohlenhydratreiche Mahlzeit nur schnell Energie liefern, so finden sich praktisch keine Effekte auf die Stimmung. Anders ist das bei Angst, Unsicherheit und Stress. Bei solchen Gefühlszuständen ist das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen neuronalen Netzwerken innerhalb des Gehirns gestört. Unter diesen Bedingungen ist die Versuchung besonders gross, die verloren gegangene Harmonie durch eine gesteigerte Kohlenhydrat- oder Fettzufuhr wiederherzustellen. Es entsteht Heisshunger auf Süsses.

Lust auf Süsses hat gute Gründe
Der Griff zu Schokolade macht also in Zeiten erhöhter Anspannung durchaus Sinn. Der Einfluss dieses biologischen Selbstregelungsmechanismus wird jedem spätestens dann klar, wenn dieses Verlangen nicht gestillt wird, etwa aus Angst vor einer Gewichtszunahme. Die stressinduzierte Störung des emotionalen Gleichgewichts bleibt dann bestehen.

KäseEssen kann zufrieden machen
Der Heisshunger auf Süsses kann also als Versuch von Selbstregulation und emotionaler Stabilisierung verstanden werden. Unbewusst wird dabei das serotonerge System stimuliert. Sowohl eine gesteigerte Kohlenhydrat- als auch Fettzufuhr führen zu einer höheren Konzentration des zentralen Botenstoffs Serotonin. Er harmonisiert die Aktivitäten, die in verschiedenen Hirnregionen ablaufen. Diesen Effekt nehmen wir dann als Gefühl - z. B. als Stimmungsaufhellung - wahr. Durch eine frühe Konditionierung zwischen dem Geschmack "süss" und dem Gefühl der Geborgenheit kann dieser Mechanismus verstärkt werden. Gleichzeitig liegt hier auch die biologische Grundlage, dass psychische Abhängigkeiten entstehen und in Extremfällen schwere Ess-Störungen auftreten können. Damit die süsse Lust nicht zu einer bedrohlichen Last wird, ist es durchaus empfehlenswert, dem Verlangen nach Süssem - gelegentlich und in begrenzten Mengen - ohne schlechtes Gewissen nachzukommen.

Essen macht Laune - "fröhliche" Lebensmittel (PDF, 33 KB)
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